Bread and Butter 16

Bread and Butter 16

Bread and Butter 16 - Top oder Flop?

Die Bread and Butter ist zurück! Dank Zalando gelang der einst meist gehyptesten Modemesse Europas ein eindrucksvolles Comeback, das von Namedropping und Customer Experience geprägt wurde. Gigi Hadid präsentierte ihre erste Kollektion für Tommy Hilfiger, Asap Rocky überzeugte in gewohnter Manier bei seinem Kurzauftritt und neben nationalen und internationalen Bloggern tummelten sich zum ersten Mal auch Menschen, die außerhalb der Modeindustrie tätig sind, unter den Gästen. Ein Novum, dass sich wohl auch in Zukunft nicht nur in Berlin durchsetzen wird.

Nichtsdestotrotz bleiben auch nach der Bread and Butter 16 einige Zweifel. Zwar hat man eindrucksvoll mit neuem Konzept und einer Stange Geld einem totgeglaubten Riesen wieder Leben eingehaucht, doch es ist nach wie vor unklar welche Auswirkungen eine „Open Door“ für Außenstehende bedeutet. Um genauer zu sein, für Menschen, die ihr modisches Halbwissen ausschließlich über Instagram und Snapchat beziehen. Wer jetzt schon wieder den Hauch einer Beleidigung riechen mag, den muss ich gleich enttäuschen. Schließlich haben in der Vergangenheit vor allem wir Blogger von der Demokratisierung der Modeindustrie profitiert und uns in ihr weiterentwickelt. Offen bleibt hingegen, welche Ziele Zalando mit der neuen Besucherschaft verfolgt.

Zalando's Monopolstellung

Fakt ist Zalando hat sich mit der Einleibung der Messe im vergangen Jahr ein Monopol geschaffen, das derzeit noch seinesgleichen sucht. Welcher Retailer kann schließlich behaupten seine eigene Messe zu besitzen?! Ob so viel Macht industriell gesehen gesund ist, sei dahingestellt. Klar, man versichert uns, dass man Mode für den Endkonsumenten greifbar machen will. Ein Vorhaben, dass mit der Bread and Butter 16 auch perfekt geklappt hat – Tolle Stimmung, coole Leute und innovative Runway Shows! Und wenn selbst Hugo Boss seine Models zu Hip Hop Musik über den Catwalk tanzen lässt, kann man als Mode-Fan ja fast nur applaudieren!

Doch wo auf der einen Seite Entertainment geboten wird, soll natürlich auf der anderen Seite Profit entstehen. Auf gut deutsch: Angefixt von den Erlebnissen auf der Bread and Butter 16 sitzt eine ganze Generation junger Leute nur kurze Zeit später vor dem Laptop und beschert dem riesen Zalando mit den gerade gesehenen Teilen Umsätze in Millionenhöhe. Fair enough! Wir leben ja schließlich in einer kapitalistischen Gesellschaft. Ohne die, once again, kein Blog der Welt wirtschaftlich rentabel wäre. Doch wo ist die Grenze zwischen Profit und Moral? Bei Monopoly gerät spätestens dann das Gleichgewicht aus dem Ruder, wenn eine Person 75% der Straßen besitzt. Diese dann noch mir nichts dir nichts mit grünen und roten Häuschen zupflastert und am Ende mit seinen Gegner machen kann was er will. Ein Szenario, dass das Wort „Monopol“ für jedes Kind verständlich macht. Und das in diesem Fall drohen könnte.

Eine Sicht der Dinge, die auch viele Experten auf der Messe teilten. Laut ausgesprochen hat sie natürlich keiner. Es bleibt einfach zu hoffen, dass Zalando die Modeindustrie nicht zu sehr an die Wand drückt. Brands und Labels die Möglichkeit lässt, selbst Entscheidungen zu treffen und diese in Folge auch akzeptiert. Nur dann kann in einer immer schneller zirkulierenden Industrie die Wertigkeit der Mode gewahrt werden.

Photos: Constant Evolution

Jean-Claude Mpassy
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