#Travelogue Miami : Ein Leben zwischen Palmen, South Beach und Art District

#Travelogue Miami : Ein Leben zwischen Palmen, South Beach und Art District

Welcome to Miami

Welcome to Miami! Heimat der ehemals glorreichen Heats und spätestens seit Miami Vice, Bad Boys und Narcos weltweit bekannt für reines Koks, schnelle Autos und schmutzige Geschäfte. Eine Stadt gebaut auf Drogengeldern, die ihre Vergangenheit nicht leugnet. Im Gegenteil. Die aus Blutgeld errichtete Skyline zählt heute genauso zu den Touristenattraktionen, wie die unzähligen Galerien in ehemaligen DEA Lagerhäusern. Wir haben die schillernde Metropole im Süden von Florida eine Woche lang unter die Lupe genommen und hautnah erfahren, wie sich das Leben zwischen Palmen, Strand und Art District anfühlt.

Levi's Miami Shirt worn by Jean-Claude Mpassy
History Lesson: Die unglaubliche Entstehungsgeschichte von Miami

An sich ist eine Reise in die USA ja immer eine gute Idee. Auch wenn der Wechselkurs mittlerweile mehr als beschissen und das Land politisch tief gespalten ist, so versprühen die amerikanischen Big Cities immer noch einen unantastbaren Glanz. So auch Miami… Bilderbuch-Skyline und Strand sei Dank! Noch verrückter als die Vorstellung wilder Beach Parties ist jedoch die Geschichte dieser Stadt, die, kaum vorstellbar, vor einigen Jahren maximal ein Paradies für Pensionisten war. Selbst davor war vom heutigen unbeschwerten Touristen-Leben  wenig zu spüren. Als während des zweiten Weltkrieges die Prioritäten des gesamten Landes auf „Combat Mode“ lagen, prägten vor allem Soldaten das Stadtbild. Miami Beach wurde während dieser Zeit kurzer Hand zum Übungsplatz für US-Truppen umgetauft. Diese Maßnahme war beim Militär so beliebt, dass letzten Endes mehr als 60 Prozent aller Kampfflieger dort trainierten und die von renommierten Architekten gebauten Art Déco Hotels zu Kasernen umfunktioniert wurden.

Der eigentliche Boom von Miami lies also lange auf sich warten und fand seinen Ursprung in den 70 er Jahren, als die Zuwanderung aus Südamerika und Kuba zunahm und, wie schon eingangs erwähnt, ein gewisser Herr Pablo Escobar die Stadt zum Welthandelszentrum für Kokain machte. Folglich erreichten die wirtschaftlichen Umsätze Wall-Street-Niveau, was anfangs jedoch niemanden juckte. Schliesslich wurden dank privater Mittel nicht nur neue Wolkenkratzer in den Boden gestampft, sondern auch alles was alt und rostig war bis aufs Feinste restauriert. Als der entstandene Hexenkessel zu explodieren drohte, die Mordraten rasant in die Höhe stiegen und auch Unschuldige Menschen zu Opfern wurden, entschied man sich einzugreifen. Der Ausgang der Geschichte sollte jedem Narcos Fan bekannt sein.

Cheeseburger Baby Miami
Art Basel, Wynwood & co - Miami wird zur Kunstmetropole

Heute ist Miami vor allem eines: bunt. 66% der Einwoher haben Latino-Wurzeln und spanisch ist, auch wenn nur inoffiziell, zweite Amtssprache. Von Gewalt, Angst und Schrecken ist nichts zu spüren. Eher der Drang Miami zu etwas zu etwas zu machen, auf das es stolz sein kann. Die  Richtung hierfür scheint man gefunden zu haben. Mit hunderten Galerien und einem eigenem „Art District“ stehen die Zeichen der Zeit auf die Verbreitung von Kunst. Seit der Einführung der US-amerikanische Ausgabe der Art Basel im Jahre 2002 ist Miami nicht nur zu einem Mekka von Kunstliebhabern mutiert, sondern auch ein ernstzunehmender Player auf dem internationalem Kunstmarkt geworden. Einblicke in die Welt von Retna, Shepard Fairy, Ryan McGinness und co. gibt’s beim Walk durch die Wynwood Walls, die mehr Instagram Bilder pro Stunde abwerfen als jede andere Location in Miami. Die Suche nach der passenden Galerie gestaltet sich da etwas komplizierter und kann getrost mit der Nadel im Heuhaufen verglichen werden. Alleine in Wynwood befinden sich über 70 Kunsthallen und Museen. Wer keine Zeit verplempern möchte, sollte der Rubell Family Collection Contemporary Arts Foundation einen Besuch abstatten. Diese diente früher der DEA als Lagerhalle und löst beim Besuch ordentliches Kopfkino aus. Weitere Must-Sees: das Bass Museum of Art und das Museum of Contemporary Art.

Things to do in Miami: Die besten Strände, Rooftop Bars und Multibrand Stores

Wie viel sich innerhalb einer Woche von Miami sehen lässt, ist schwer zu sagen. Wer sich auf Wynwood, South Beach und Little Havanna beschränkt, ist mit sieben Tagen inklusive Hot-Spot Scouting bestens bedient und kann auch getrost einen Tag an einem der Public-Hotelstrände verbringen ohne Zeit zu verlieren. In Verbindung mit einem Spaziergang entlang des Ocean Drives ist das eigentlich eine ganz romantische Angelegenheit, wären da nicht die nervenden Vollproleten, die mit gemietetem Wagen, lauter Mucke und runter gelassenem Fenster ihre Runden drehen und einen auf Lil Jon machen. Wer lieber in Ruhe essen gehen möchte, sollte im Kyu oder im Juvia einen Tisch reservieren. Auch die Shoppinglaune lässt sich in Miami bestens befriedigen. Im neu erbauten Miami Design District findet sich so ziemlich jedes renommierte High Fashion Label wieder. Eines der Highlights: Die Multibrand-Boutique MRKT. In South Beach lohnt sich ein Besuch bei Kith und The Webster.

Street Style in Loittle Havanna, Miami

Welche Impressionen wir auf den Bahamas gesammelt haben, erfahrt ihr in der naechsten #Travelogue Reihe. Bis dahin gibt’s weitere Bilder aus Miami auf meinem Instagram-Channel.

Jean-Claude Mpassy
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Jean-Claude Mpassy

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