Was wäre die Welt ohne Instagram

Was wäre die Welt ohne Instagram

Was wäre die Welt ohne Instagram?

Stellen wir uns kurz einmal vor es gäbe kein Instagram. Eigentlich unvorstellbar, da diese App in ihrer ganzen ausgekluegelten Einfachheit zu einem Spiegelbild der jungen Gesellschaft geworden ist und mittlerweile weit entfernt vom Ursprungsgedanken des Moment-Sharing und Foto Storytelling agiert. Inspiriert durch die Artikel von Ladyvenom und Mangoblüte, stelle auch ich mir nun die Frage, ob ich das aktuell groteske Spiel um Aufmerksamkeits-Phishing mitspielen soll oder mir einfach treu bleibe und High Quality Content teile, der natürlich teilweise gesponsert ist, jedoch aber mit gutem Gewissen und edukativer, inspirierender Message von mir geteilt wird. Bis dato verfolge ich die letztere der beiden Strategien. Fragt sich nur wie lange noch. Für immer? Ich weiß es nicht!

Jean-Claude Mpassy wearing Diesel SS17

Machen wir uns nichts vor! Realitätsfremd wurde Instagram schon vor langer Zeit. Was als Moment Sharing begann, entwickelte sich im Laufe der letzten Jahre zu einer gefilterten Darstellung der Realität. Was auch eigentlich nicht weiter schlimm ist, denn professionelle Bilder und die Demokratisierung der Fotografie tragen schlussendlich auch zu einem visuellem Qualitätsgewinn der App bei. Das Grundproblem liegt hingegen in der Einstellung der Nutzer, die mit der Zeit einen derartig abartigen Profilierungsdrank entwickelt haben, dass man beim Betrachten der Instagram Explore Seite mehrmals täglich kotzen könnte. Content und Inhalt sind hier schon lange nicht mehr King.

Jean-Claude Mpassy wearing Diesel SS17

Zwischen Leuten die noch immer ihr Frühstück von oben fotografieren, einer Mehrzahl von gleich aussehenden, kaufbaren Instagram Models und verkorksten „Fashion Blogger“ Dudes, die kein Plan von Mode haben, fällt es schwer zu sagen, welche sinnfreie Gattung am meisten nervt. Ehrlich gesagt ist es auch unnötig diese zu kategorisieren, da am Ende alle eines gemeinsam haben: Sie posten nicht aus Spaß und der Freude am Inspirieren, sondern um ihr mickriges Selbstwertgefühl durch Likes zu stärken. Eigentlich traurig! Vom notorischen Drang diese Vorgehensweise durch Bots oder anderen idiotischen Hilfsmitteln zu pushen, reden wir an dieser Stelle erst gar nicht. Fakt ist, ein Leben ohne Instgram würde ihnen wahrscheinlich den Boden unter den Füßen wegreißen.

SHOP THE LOOK

Im Real Life würde unsere Welt dann wohl um einiges anders aussehen. Menschen würden die Zeit beim Essen genießen und nicht stundenlang den veganen Haufen auf dem Teller ablichten; Outfits wären endlich wieder real und keine lästigen Massenkopien, die die Followerzahl steigen lassen; Fotografen müssten ihre offline Skills steigern um ihre Reputation aufzubauen; Models würden wieder an Hand ihrer Fähigkeiten gebucht werden. Klingt eigentlich alles nach einer weitaus ethisch korrekteren Welt als wir sie aktuell vorfinden. Umsetzbar? Tzz… Was auf Instagram gang und gäbe ist, schwappt ja mittlerweile auch auf andere Medien über. Beispiel YouTube, ein weiterer Giftpfeil, der im Grunde genommen die Werte einer ganzen Jugend verdirbt. Oder wie sollte man es sonst einordnen, wenn ein 16 jähriges Mädchen einem Millionenpublikum erklärt, wie man einen Typen klarmacht?! Fragen über Fragen, die nicht wirklich ein Ende finde. Eine Paradeantwort scheint es nicht zu geben, so dass nur eine Regulierung und erhöhte Aufmerksamkeit von Geldgeber-Seite das crashende Boot noch retten kann. Wie dem auch sei: Zeit bringt Rat… Ich zieh mir daweil ein paar Chelsea Boots, eine ripped Denim und einen Camel Coat an. Hat ja bis dato noch keiner so getragen.

Fotos: Constant Evolution

Outfit: Diesel Hemd & Schuhe, Rabbithole London Hose und Jacke

Jean-Claude Mpassy
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