Was steht wem am besten? Passende Styles für jeden Figurtyp

Was steht wem am besten? Passende Styles für jeden Figurtyp

Klein, groß, muskulös, korpulent oder extrem dünn - So findest du den richtigen Style für deinen Figurtyp.

„Money can’t buy style“ – Ein Sprichwort, das wir sicher alle schon einmal gehört haben und das mitunter seine Daseinsberechtigung hat. Die weit verbreitete Annahme, dass der Hang zu kitschigen oder geschmacks-kritischen Klamotten (Philipp Plein lässt grüßen) die Ursache für schlechten Stil ist, trifft jedoch den Nagel nicht ganz auf den Kopf. Denn in den meisten Fällen sind falsche Schnitte und unpassende Silhouetten der wahre Grund für missratene Outfits.

So findest du den passenden Stil für dein Figurtyp

„Was nicht gut sitzt, kann nicht gut aussehen“ wäre in diesem Zusammenhang also die Key Message dieses modischen Dilemmas, welches sich jedoch mit ein bisschen Know-How in Luft auflösen lässt. Welche Klamotten welchem Figurtyp am besten stehen und worauf jeder Einzelne achten sollte, haben wir für euch kurz und kompakt zusammengefasst.

Große Männer

Wer groß ist, kann alles tragen? Das stimmt zumindest für Männer, die maximal 1,87m groß sind. Denn das ist in etwa die magische Grenze für männliche Ready-to-Wear Konsumenten. Für diejenigen, die sich eher Richtung 2m bewegen, kann Shoppen durchaus zum Alptraum werden. Nicht nur weil in vielen Fällen alles zu kurz ist, sondern auch weil Männer in dieser Größenordnung und mit diesem Figurtyp oft in schlaksiger High-Tower-Manier etwas unbeholfen wirken. Daher gilt: Breite und Masse gewinnen, um somit die Proportionen von Oberkörper und Beinen etwas auszugleichen. Das funktioniert einerseits mit Prints und Mustern (horizontale Striefen) und andererseits mit strukturierten Oberteilen (grober Strick). Auch durch Jacken mit vielen Taschen und durch doppelreihige Blazer lässt sich optisch eine Menge Volumen gewinnen. Für Mäntel gilt: Je länger, desto besser. Bei Hosen gerne zu knöchellangen Modellen greifen. Die machen das Bein optisch kürzer. In Sachen Styling sollte Layering dein bester Freund sein, denn die einzelnen Layers teilen je nach Länge den gesamten Körper in mehrere Schichten auf und können somit ein wenig Luft aus dem Attribut „riesig“ nehmen. Neutrale Farben schmeicheln am meisten und haben den Vorteil, bei doch recht spärlicher Auswahl immer kombinierbar zu sein. Kleiner Tipp am Rande: Anzugshosen. Die werden immer stylischer und sind mittlerweile immer öfter auch einzeln zu kaufen. Am Ende der Hosenbeine befinden sich im Inneren immer ein wenig Stoffreste, die man beim Schneider auslassen kann. Somit lassen sich locker noch 4-5 cm gewinnen.

Kleine Männer

Traurig aber wahr: Als kleiner Dude wird man sehr oft übersehen. Daher gilt hier vor allem eines: Sich selbst optisch größer machen! Um das zu erreichen, helfen in erster Linie Klamotten mit schmalen Silhouetten. Slim Fit Hosen können dabei gerne vertikal gestreift sein (Nadelstreifen usw.), um die Beine optisch zu verlängern. Socken dabei in der Hosenfarbe zu tragen, unterstützt diesen Effekt zusätzlich. Oben herum vergrößern Sakkos bzw. Blazer mit Schulterpolstern, sowie Biker- und Bomberjacken die Brust im Vergleich zur Taille. Somit lässt sich zusätzlich ein wenig Volumen gewinnen. Im Allgemeinen gilt außerdem: Je kürzer die Jacke, desto besser! Bei der Schuhwahl lässt sich mit klobigen Absätzen nicht nur optisch, sondern ganz real einiges an Größe gewinnen. Derbe Boots oder chunky Sneakers sollten in diesem Fall deine besten Freunde sein. Wer sich traut, kann sich mit einem Hut als Go-To Accessoire sogar noch mehr Zentimeter ergaunern.

Muskulöse Männer

Die Challenge außerhalb des Fitnessstudios ebenfalls wie ein Ass auszusehen, mag für einige der Inbegriff von „First World Problems“ sein. Fakt ist aber: Der Shit ist real! Denn eine Symbiose zwischen Bizeps, Oberschenkel und dem gewünschten Teil in der Umkleidekabine der Herren-Abteilung hinzubekommen, ist nicht so ganz einfach. Daher sollte jeder muskulöse Mann einen vertrauenswürdigen Schneider finden, der problemlos Anpassungen vornehmen kann. Denn dann kann die gewünschte Hose oder der Blazer ruhig eine Nummer größer gekauft werden. Bei Sakkos übrigens niemals zu Doppelreihern greifen. Die lassen euch noch breiter aussehen als ihr ohnehin schon seid. Bei Oberteilen und Jacken (Jeansjacken, Bomberjacken, Cardigans, Blousons funktionieren gut) auf leichte und dünne Modelle setzen, die keine Struktur haben. Schulterpolster, Plissee, grobe Strickmuster oder ähnliches sind also Tabu. Auch cropped Trousers, sprich eure heißgeliebten 7/8 Hosen, sind zumindest beim Freizeit-Look tabu. Die machen eure Beine kürzer und sprengen somit die Balance zwischen Ober- und Unterkörper. Bei schickeren Looks sind sie ausnahmsweise erlaubt, da ihr in diesem Fall eine Hose mit hohem Bund und eingestecktem Hemd tragt. Dass skinny Jeans absolut gar keine Option sind, haben wir in diesem Artikel bereits erwähnt. Kleiner Geheimtipp am Rande: Shirt-Jackets. Ein Mix aus Jacke und Hemd, dass offen getragen die perfekte Länge hat, um euren Oberkörper ein wenig zu verlängern. Somit können die muskulöse Brust und der starke Bizeps bei diesem Figurtyp ein wenig kompensiert werden.

Korpulente Männer

Wer sich selbst Genussmensch nennt, der sollte auch so aussehen und den elenden Vorurteilen von schlecht gekleideten, korpulenten Männern ein Ende bereiten. Der Gang zum Änderungsschneider lässt sich jedoch auch hier nicht vermeiden, denn die richtige Balance zwischen „in etwas hineinzwängen“ und „umhüllt wie ein formloser Sack“ lässt sich nur mit ein paar neuen Nadelstichen finden. So können beispielsweise Hosen eine Nummer größer gekauft werden und im Anschluß am Bund und Knie abwärts enger geschneidert werden. Beim Thema Jacke (Mäntel, Blazer usw.) solltet ihr auf breite Revers achten. Für Oberteile gilt prinzipiell: Finger weg von vertikalen Streifen. Die verbreiten die körpereigene Silhouette nur noch zusätzlich. Trendige Trends hingegen sind cool, solange sie nicht zu kindisch oder verspielt sind. Farblich schmeicheln unifarbene Looks am meisten, da sie den Körper länger und nicht breiter aussehen lassen. Schwarz, navy blue, dunkelgrau und olivgrün sollten hierbei besonders im Fokus stehen. Wer dennoch Bock auf Farbe hat, kann mit Accessoires oder Sneakers Akzente setzen.

Dünne Männer

Sehr schlanke bzw. dünne Männer haben zumindest modisch gesehen den Jackpot, denn sie können mit ihrem Figurtyp prinzipiell alles tragen. Doch wer die Qual hat, hat auch die Wahl. Und die wird leider des Öfteren unterschätzt, so dass kompletten Looks oder Outfits der rote Faden fehlt. Um das zu vermeiden, lohnt es sich ab und an stylische Inspirationen auf Instagram zu konsumieren und den ein oder anderen Trend im Anschluß zu seinem eigenen zu machen. Das funktioniert momentan am besten mit oversized Teilen, die Tailoring und Streetwear vereinen. Dazu gehören Bundfaltenhosen, grober Strick, Bomberjacken usw. All diese Items schenken der eigenen dünnen Silhouette mehr Volumen und können perfekt mit etwas klobigeren Sneakers ergänzt werden. Die sorgen mit extra Gewicht für ein besseres Feeling.

Jean-Claude Mpassy
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