Die Männerhandtasche: Modische Gleichberechtigung ohne Klischees

Die Männerhandtasche: Modische Gleichberechtigung ohne Klischees

Rollenspiele: Die Männerhandtasche wird zum Trend-Accessoire.

Klischees gibt es innerhalb der Modewelt wie Sand am Meer. Diese sind jedoch in Zeiten zunehmender Gleichberechtigung und Unisexismus meist so schwammig und inflationär, dass aufgeblasene „Das sieht schwul aus!“ Behauptungen eh nur von den dümmsten der Dummen kommen können. Denn wie gleichberechtigt tragbar Mode sein kann, zeigt uns nicht nur die aktuell angesagte Männerhandtasche. Auch ein Blick in die Vergangenheit verrät uns, wie geschlechtsneutral beispielsweise die Definitionen von Kleidern und Röcken einst waren. Herkunft, Rang und ein entsprechendes Zugehörigkeitsgefühl bestimmten damals primär den modischen Stil.

Männerhandtasche für Männer

Der Drang nach „männlicher Funktionalität“ entstand somit erst sehr viel später und wurde spätestens zu Zeiten der modernen Kriegsführung durch Cargohosen, Springerstiefeln, Fliegerjacken oder Utility-Westen auch optisch sichtbar. Ein Wandel mit Nachklang, der die klischeehafte Geschlechtertrennung, so wie wir sie heute kennen, fest verankerte und uns in Folge dessen den Prototypen „Business-Mann“ bescherte. Der war mit seiner Aktentasche und dem schicken Trenchcoat zwar stylisch on point, verkörperte jedoch auch den symbolische Counterpart zur heimischen Frau am Herd. Längst überholtes Rollendenken? Auf jeden Fall!

Menswear History: Unisex Kleidung für Männer
Men in skirts and dresses: The history of unisex clothing

Im Zeichen der weiblichen Emanzipation ist der Griff zur Männerhandtasche somit nicht nur ein einfaches modisches Statement. Es ist ein Schritt Richtung Gleichberechtigung, in der Männer sich bei den Frauen bedienen und sie somit in irgendeiner Art und Weise auch huldigen. Peinlich braucht das niemandem sein! Denn wo zeitgenössische Funktionalität beim Verstauen des Smartphones, Schlüssels und der Geldbörse einfach nur Sinn macht, sind uns Frauen, wie in so vielem, um einiges voraus. Günter Netzer, einstiger deutscher Weltklasse-Fußballer und Vorreiter der heutigen „It-Boy-Fußballer-Generation“ wusste das übrigens schon vor Jahrzehnten. Der einzige Unterschied zwischen heute und damals? Die Männerhandtasche heißt heute Pouch (deutsch: Beutel) und darf auch ohne Ferrari und Millionen auf dem Konto getragen werden.

Günter Netzer mit stylischer Männerhandtasche bei der WM 78

Neben klassischen Männerhandtaschen von Common Projects oder Acne Studios sind dabei geprintete oder farbliche Statements durchaus erwünscht. Diese können, genau wie bei Frauen, echte Hingucker sein und den entsprechenden Look komplettieren. Preislich liegen die Modelle von Prada und Balenciaga erstaunlicherweise im soliden Mittelfeld und sind somit durchaus erschwinglich. Unser Geheimtipp: Die Pouch von Moncler. Die kann dank des abnehmbaren Badge je nach Bedarf schlicht oder verspielt getragen werden.

Männerhandtasche für Männer
Männerhandtasche von Prada
Men’s Pouch: Die beliebtesten Männerhandtaschen
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Jean-Claude Mpassy
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